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Verdrängt, verdeckt, vergessen,
St. Georgen im Nationalsozialismus
"Das Dritte Reich und wir" - ein Projekt von St. Georgener Bürgerinnen und Bürger in Zusammenarbeit mit der Justus Liebig Universität Gießen. Es wird gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung und vom Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus. Diese Projektgruppe ist eine eigenständige Arbeitsgruppe innerhalb des Vereins für Heimatgeschichte e.V. St. Georgen.
Das Geschehen in der Zeit des Nationalsozialismus in der eigenen Stadt aufzuarbeiten, ist auch nach über 80 Jahren nicht nur eine spannende, sondern auch eine sensible Aufgabe. Deshalb waren sich die Mitglieder dieser Projektgruppe stets folgender Grundsätze bewusst:
Wir müssen versuchen zu verstehen, wie so viele Deutsche sich damals haben verführen lassen und bei der Einführung und Aufrechterhaltung der Diktatur mitgemacht haben.
Bei diesem Prozess der Verführung können wir die Menschen nicht einfach in "gut" oder "schlecht" oder in simple Kategorien "schwarz" oder "weiß einteilen. Es hat jegliche Schattierungen, auch gleitende Übergänge gegeben.
Auch sollten wir uns kritisch fragen, ob nicht in unserer heutigen Welt die Möglichkeiten der Verführung noch größer geworden sind und wir nicht ein für allemal dagegen gefeit sind.
Bei dem Versuch, die damalige Zeit besser zu verstehen, sollten wir später Geborene nicht die moralische Keule schwingen und uns als Besserwisser, Ankläger oder Richter aufspielen. Vielmehr sollten wir uns selbstkritisch hinterfragen, ob wir uns in der damaligen Situation anders oder besser verhalten hätten.